23.12.2010
Zeiss Ikon Contax D

Hier ein echtes Schmuckstück und eine der ersten analogen Spiegelreflexkameras überhaupt: Die Contax D von Zeiss Ikon.

Wissenswertes

Nach dem Krieg spalteten sich die Lager von Zeiss Ikon endgültig in die Produktionsstätten in West- (Stuttgart) und Ostdeutschland (Dresden). Da Zeiss Ikon Stuttgart das Namensrecht an “Contax” hielt, wurden in den Ostdeutschen Produktionsstätten kurzerhand die Kameras, welche für den Export bestimmt waren, in “Pentacon” umbennant. Der Name setzt sicht im übrigen zusammen aus “Penta” für das verbaute Pentaprisma der Kameras, und dem “con” aus Contax.

Die Contax D wurde ab 1952 gefertigt. Ausgestattet mit einem M42 Schraubgewinde ließen sich schon damals alle gängigen Objektive von Zeiss, Meyer und anderen Herstellern adaptieren.

Technisches

  • Gehäuse komplett aus Metall
  • 35mm Kleinbild-Spiegelreflex
  • Zeiten von 1/1000s bis 1s + Bulb
  • M42 Schraubgewinde
  • Vorlaufwerk
  • Blitzanschlußbuchse genormt

Sonstiges

Ich habe die Kamera gebraucht in exzellentem Zustand für rund 30€ erworben, inklusive einem Zeiss Tessar 50mm 1:2.8 T. Der Neupreis lag damals übrigens bei rund 480$ für den Export.

Fazit

Nachdem ich nun ein paar Bilder mit der Contax geschossen habe, muss ich sagen: Diese Kamera ist einfach genial! Kein Belichtungsmesser – entweder Belichtung schätzen, was mit einiger Erfahrung zumindest für einfache Lichtverhältnisse ganz passable Ergebnisse liefert, oder aber mit einem zusätzlichen Handbelichtungsmesser messen. Kein Entfernungsmesser – tja, da hilft nur schätzen, oder bei näheren Objekten die Entfernung ablaufen.

Für den Anfang habe ich auf Unendlich fokussiert oder eine große Blende eingestellt, um einen Fehlfokus ein wenig zu korrigieren. Alles läuft vollmechanisch, die Kamera ist also so gut wie nicht tot zu kriegen. Hier kommt meines Erachtens der Charme des analogen Fotografierens vollends rüber. Man ist gezwungen, sich mit der Technik und dem Bild auseinander zu setzen, einfach abdrücken à la “die Kamera macht schon alles” ist nicht. Genau das macht für mich den Reiz aus und ich werde wohl demnächst schon wieder mit der kleinen D von Zeiss Ikon losziehen müssen.

Bilder

Dutzendteich Nürnberg: Contax D, Neopan 1600 in Rodinal

3 Comments

  • clemens beyer says:

    hallo, Sebastian,gratuliere zu Deiner contax. Habe auch eine . aber warum kein entfernungsmesser?! das scharfstellen des sucherbildes und ablesen auf der meterskala des objektivs IST der entfernungsmesser ! warum sollte man die entfernung schätzen??ist das sucherbild scharfgestellt, ist die richtige entfernung eingestellt ! abblenden gibt zusätzliche sicherheit . bei meiner geht der verschluss nicht mehr richtig, benutzen hat also keinen zweck 😉
    grüsse clemens

  • Ekkehart Klöckner says:

    Ich bin seit einer Woche im Besitz einer Zeiss-Ikon Contax D ohne Blitzanschluss, seit einem Jahr schon habe ich eine Contax F. Zu erwähnen wäre noch, die Contax D hat noch keine Springblendenauslösung, der Spiegel ist an den Ecken abgekantet. Man stellt ausschliesslich über die Mattscheibe scharf. Was den Verschluss angeht: er öffnet nicht ganz, weil die Torsionsfeder des linken Vorhangs schlapp geworden ist – kein Wunder nach 65 Jahren

  • fluuu says:

    Schön zu lesen der Artikel und wunderbar die Bilder der wundervollen Contax D und das von einem Schreiber und Fotografen erwidert ist doppelt positiv. So ein Erstling der analogen Spiegelreflextechnik ist etwas besonderes und das sieht man dieser Kamera an in aller Schlichtheit. Eine Aufnahmeerfahrung habe ich mit Ihr nicht aber dafür um so mehr mit der Nachfolge Practica von Pentacon.

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