16.01.2011
High-ISO bei Nacht / EF-S am Vollformat oder: Was man falsch machen kann…

Nachtaufnahmen sind was tolles. Dumm nur, wenn man die Technik nicht beherrscht. Hier einige Patzer und wie man sie vermeiden kann.

Am gestrigen Samstag wollte ich mal wieder ein paar Nachtaufnahmen machen. Gesagt, getan, alles zusammengepackt: 40D, 5D Mark II, ein paar CF-Karten, das Sigma 10-20mm f/4-5.6, und natürlich mein altes Stativ.

Ohne viel zu überlegen bin ich also auf der vom Hochwasser überfluteten Wöhrder Wiese rugewatet. Trotz einiger schöner Ergebnisse habe ich ein paar teils peinliche Fehler gemacht, die ich zur allgemeinen Belustigung gerne diskutieren möchte.

Zuerst einmal habe ich mich nicht ausreichend vorbereitet. An der Location angekommen musste ich feststellen, dass das Gelände doch wesentlich dunkler ist als angenommen. Gut – wer hätte das schon ahnen können, nachts um 1 Uhr?

Richtig: Ausreichend über die Location informieren, Google hilft. Erfahrungen einholen, eventuell schon eine Route planen oder am Vortag das Gelände erkunden. Auch sollte man sich zumindest im Kopf einen Schlachtplan zurecht legen. Die meisten Fotos enstehen zwar spontan aus der Situation heraus, jedoch sollte man das Shooting zumindest grob planen: Was will ich aufnehmen? Was nehme ich mit? Wie wird das Wetter und wie passe ich mich daran an?

Die Wöhrder Wiese kenne ich zwar gut, doch eine unbekannte Location zu erschließen, ohne sich vohrer schlau gemacht zu haben, kann schnell frustrieren, vor allem bei Nacht! Apropos Nacht: Eine kleine Taschenlampe ist Gold wert! Im Eifer des Gefeches hatte ich natürlich keine dabei, sodass ich das eine oder andere Mal sauber bis zum Knöchel ins Wasser gesappt bin. Immerhin war es nicht allzu kalt.

Als nächstes war die Zeit der Aufnahmen von 1 Uhr nachts wohl nicht ganz glücklich gewählt, zumindest nicht an einem Samstag. Dunkler Park, überall lungern Gruppen von Betrunkenen herum, nicht so prickelnd. Aber was soll’s, die dicken Kameras auf dem Stativ gäben einen guten Prügel ab, wenn auch einen teueren. Das nächste Mal suche ich mir dennoch wohl einen Wochentag aus, auch um 21 Uhr ist es im Winter schon komplett dunkel, und man schlendert doch wesentlich entspannter durch die Nacht.

Ich habe also mein Equipment aufgebaut: Stativ aufstellen, Sigma an die 5D Mark II, auf das Stativ montieren, Kabelfernauslöser anschließen, los geht’s. Leider habe ich, total in Gedanken versunken, gar nicht auf die richtigen Einstellungen geachtet. Nach einigen Testfotos fiel es mir dann auf: Sigma…an der 5D…da stimmt doch was nicht?

Richtig: Sogenannte EF-S Objektive sind ausschließlich für Kameras mit APS-C Sensor konstruiert. Trotz Adaptierbarkeit an eine Vollformatkamera wie die 5D Mark II ist auf den Bildern dann, aufgrund der kompakteren Bauweise für eben die kleineren Sensoren, vignettenartig das Objektivgehäuse zu sehen.

Außerdem hatte ich vom letzten nächtlichen Freihand-Shooting noch einen ISO-Wert von 6400 eingestellt.

Richtig: Bei Nachtaufnahmen mit langer Belichtungszeit, bei mir so zwischen 5 und 20 Sekunden, den ISO so niedrig wie möglich halten. Werte von 100 oder 200 sind ideal und vermeiden störendes Rauschen.

Naja, nachdem ich ein wenig über meine Fehler gelacht hatte, korrigierte ich das Setup: Sigma an die 40D, ISO 100, Zeit ca. 15 Sekunden bei f/4. Trotz einigen weiteren Bekanntschaften zwischen Schuhen, Hose und Hochwasser sind mir einige schöne Aufnahmen gelungen, die ich hier zeigen möchte:

Nachtaufnahmen: Hochwasser auf der Wöhrder Wiese – Testbilder vom Samstag

2 Comments

  • Cindy says:

    Schöner Beitrag. Ist doch immer gut, wenn man über sich selbst lachen kann.
    Hab ich das richtig verstanden und du hast ein EF-S-Objektiv auf die 5D dranschrauebn können? Ist das denn nicht gefährlich, da der Spiegel beschädigt werden könnte? Ich wußte garnicht, dass sowas möglich wäre^^

    • Sebastian says:

      Hallo Cindy, da hast du teilweise Recht. Die Gefahr des Anschlagens des Spiegels am Objektivrückteil ist möglich, allerdings nur bei manchen Objektiven gegeben. Ich gebe zu, das wusste ich damals auch nicht, hatte also anscheinend Glück.

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