17.05.2011
Reisetagebuch Rom – Tag 2: Volleyball und Vittoriano

Muttertag feiert man auch in Rom. Zusätzlich fand an diesem Sonntag auch eine Art Straßenfest statt, sodass wir unsere Pläne für den Tag spontan über den Haufen warfen und uns letztendlich für einen ausgedehnten Spaziergang sowie eine Stadtrundfahrt entschieden. Hier also die Highlights von Tag 2 in Rom.

Ok, der heutige Tag lief wie gesagt etwas anders als geplant. Dennoch gab es einiges zu sehen und zu erleben. Los ging’s früh um 8 Uhr mit der morgentlichen Dusche und dem Kampf mit der Toilettenspülung. Das anschließende Frühstück war durchaus in Ordnung, freilich aber nichts besonderes. Hotelstandard würde ich sagen. Danach habe ich erstmal meinen Rucksack für den Tag gepackt. Wo ich gerade dabei bin…

Ausrüstung & Equipment

Für alle Interessierten beschreibe ich mal kurz, was ich eigentlich an fotografischer Ausrüstung dabei hatte, was mir davon von Nutzen war und was ich nächstes Mal anders machen würde. Ursprünglich wollte ich meine kleine Kalahari Slingshot Tasche mitnehmen, entschied mich aber kurz vor der Abreise für meine großen Burton Zoom Pack, den ich schon beim Road Trip 2008 dabei hatte. Warum? Einerseits dachte ich mir schon, dass die einseitige Belastung einer Slingtasche, gerechnet auf den ganzen Tag, ordentlich die Schulter belasten würde. Andererseits erschien mir ein Rucksack einfach praktischer, um alle Sachen zu verstauen, inklusive eines Statives. Insgesamt hatte ich also drei Kameras dabei, die 40D für Architektur- und Landschaftsaufnahmen mit dem Sigma 10-20mm, die 5D Mark II mit 50mm 1.4er für Portraits und Streetbilder. Zusätzlich noch die Bessa R mitsamt ein paar Delta 100 Filmen, falls mir das digitale Gewurstel auf den Zeiger gehen sollte.

So brillant die meisten Bilder wurden, mittlerweile weiß ich ein kompaktes Reisezoom durchaus zu schätzen. Ich werde mich wahrscheinlich früher oder später vom Crop (also der 40D und dem Sigma) trennen und mir ein 24-70mm f/2.8 für Vollformat gönnen. Oder eine M9. Festlegen möchte ich mich da noch nicht :D. Fakt ist: Auf Reisen ist weniger oft mehr, Rücken, Partner und nicht zuletzt die eigene Laune danken es einem.

Neben einem kompakten Stativ, dem Bilora Twister Pro, hatte ich noch ein wenig Kleinkram dabei, sprich Lenspen, Blasebalg, Fernauslöser und sowas. Zweitakkus habe ich mir geschenkt, no risk, no fun. Oder so. Gar nicht soviel eigentlich. Allerdings habe ich nicht immer das komplette Equipment mit auf die Tagestour genommen, trotz des bequemen Rucksackes geht das Gewicht des ganzen Gerümpels irgendwann auf den Rücken. Außerdem wollte ich ja eigentlich ausspannen oder? So, weiter geht’s im Tagesablauf. Nachdem wir uns im nahegelegenen Supermarkt noch ein wenig mit Verpflegung eingedeckt hatten, ging es mit der Metro zum Kolosseum.

Uiii, das Koloss….äh…Volleyball!?

2 Stationen, schon waren wir da. Die Linie B der Metro hält praktisch direkt vor dem Kolosseum. Was ich im letzten Teil schon kurz beschrieben hatte, zeigte sich heute noch vielfach deutlicher: Touristen, überall Touristen. Pfui kann ich da nur sagen :D. Anscheinend hatten wir richtig Pech mit dem Tag, schätzwungsweise ALLE Italiener nutzten den Mutterag für einen Ausflug in die römische Innenstadt. Ausserdem fand entlang der Via dei Fori Imperiali, also der Straße vom Kolossum zum Piazza Venezia, eine Art Sportfest für Kinder statt. Anscheinend haben hier die Italiener ALLE ihre Kinder zum munteren Volleyballspielen abgestellt. Dazu kamen eben noch die Touristen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ein andächtiger, ungestörter Bummel durch die Überreste der altrömischen Metropole war einfach unmöglich, weswegen wir von unserem ursprünglichen Tagesplan abwichen und einfach der Nase nach spazieren gingen.

Schöne Aussichten

Wir quetschen uns also durch den Haufen volleyballbegeisterter Römer und fotowütiger Touristen entlang der Via dei Fori Imperiali bis zum Vittoriano, dem größten Gebäude im Herzen Roms, gelegen am Piazza Venezia. Dort genossen wir dann von einigen erhöht gelegenen Terassen den herrlichen Ausblick über das römische Stadtzentrum mit seinen imposanten Bauten. Anschliessend besichtigten wir Teile des Forum Romanum, bevor wir das Kapitol sowie die kapitolinischen Museen besichtigten. Ziemlich geplättet vom vielen Laufen und dem Kampf mit den nervigen Ramschverkäufern, die sich wirklich überall zuhauf tummeln, entschieden wir uns zu einer  kurzen Verschnaufpause im Hotel.

Kopf einziehen!

Schon auf dem Rückweg vom Bahnhof zum Hotel fielen mir die vielen Oben-ohne Doppeldeckerbusse auf, die im hektischen Straßenverkehr alle anderen Fahrzeuge überragten. Wieso also nicht eine Stadtrundfahrt, um sich mal einen Überblick zu verschaffen? Obendrein eine perfekte Möglichkeit, die störenden Menschenmassen zu umgehen. Also wieder das nötigste eingepackt und auf zum Bahnhof, von wo eigentlich alle Busunternehmen ihre Touren starten. 30 Euro kostet ein Ticket für 48 Stunden. Das Ganze funktioniert so: Die Busse halten etwa an den zehn wichtigsten Punkten in der Stadt und verkehren im Halbstundentakt. Innerhalb von zwei Tagen kann man nun zu jeder Zeit jedem Bus zu- und entsteigen. Praktisch, denn so lassen sich die Busse sowohl zum Sightseeing, als auch als öffentliches Verkehrsmittel nutzen.

Der letzte Bus dieses Tages fuhr uns also einmal quer durch die Stadt, und so konnten wir schonmal einen Blick auf unsere Ausflugsziele der nächsten Tage werfen. Warum jetzt aber Kopf einziehen? Die Busse sind oben offen gebaut, und deutlich höher als man erwarten würde. So bekam ich das ein oder andere Mal die tiefhängenden Zweige am Straßenrand stehender Bäume ins Gesicht gewatscht. Dafür war die Aussicht aber herrlich.

Piazza della Repubblica

Diniert haben wir an diesem Abend typisch römisch, und nachdem wir unsere McMenü’s verdrückt hatten, starteten wir noch spontan einen nächtlichen Abstecher zum Piazza della Repubblica, welcher etwa 200 Meter vom Bahnhof Termini entfernt liegt. Dort habe ich noch ein paar Momente dieser lauen Sommernacht festgehalten, bevor wir kaputt aber zufrieden in unser Bett fielen. Im Fernsehen mal wieder Velinas.

Hab’ ich was verpasst?

Reisetagebuch Rom – Tag 1: Hello, we have the Roma Pass!

Reisetagebuch Rom – Tag 3: Entspannung pur!/

4 Comments

  • Ralph Wild says:

    Deine Bilder sind jedesmal brutal schön anzuschauen … Daumen hoch! Freue mich auf den nächsten Artikel.

  • Raul says:

    Schöner Bericht, freu mich schon auf die nächsten Teile. Das letzte Foto ist übrigens ein Traum. 🙂

  • Markus says:

    Hey Seb, schonmal zwei schöne Berichte mit tollen Eindrücken aus Rom… schätze mal, es hat dir gefallen? Einige Situationen erinnern mich an Barcelona bzw. Lissabon (sagen wir so: mittlerweile weis ich, wie sich Blätter und Zweige im Gesicht anfühlen) 🙂

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