Komm spielen! Die Olympus XA

Hurra, endlich mal wieder eine Kameravorstellung. Heute möchte ich euch mal eine kleine, feine, oft unterschätze und als Spielzeugknipse abgetane, in Wirklichkeit aber durchaus interessante Kamera näherbringen. Die gute alte Olympus XA. Auf den ersten Blick ziemlich klein, auf den zweiten….naja auch noch klein, aber durchaus voller Potential. Los geht’s.

Wissenswertes

So, schauen wir mal. Die XA ist die erste Kamera der gleichnamigen Reihe von Olympus und wurde erstmals 1979 zu einem damaligen Neupreis von rund 600DM vorgestellt. Ganz schön happig soweit. Dieser Preis war damals aber durchaus gerechtfertigt, da diese kleine Wunderbüchse über einige technische Features verfügt, die ihrer Zeit für damalige Verhältnisse weit voraus waren. die “Ur”-XA ist übrigens die einzige der Reihe, welche bis zur XA-4 reicht, die mit einer manuellen Blendenvorwahl ausgestattet ist. Bei den anderen gibt’s halt nur die Profi-Einstellungen “nah dran”, “nicht mehr so nah dran” und “Mama jetzt seh’ ich den Opa nicht mehr”.

Technisches

So, bevor ich zu besagten Features komme, noch schnell ein paar grundlegende Sachen. Die XA ist eine Vollblut-Messsucherkamera, und wohl die kleinste der Welt, mal abgesehen von Olympus’ mju, welche aber erst später kam. Mit “Vollblut” meine ich eben, die Kamera verfügt über einen “echten”, ans Objektiv gekoppelten Mischbild-Entfernungsmesser, wirklich eine Mesiterleistung bei den kompakten Abmessungen. Nun zu den einzigartigen Features: Sofort auf den ersten Blick fällt einem wohl die Abdeckung ins Auge, welche seitlich auf- und zugeschoben werden kann. Geniale Idee wie ich finde, gerade in Kombination mit dem eigens dafür entwickelten, extrem kompakten Objektiv. Eine Objektivabdeckung ist somit überflüssig, und die Kamera rundherum geschützt. Ausserdem werden bei geschlossener Abdeckung der Verschluss verriegelt sowie der Belichtungsmesser (CdS-Messzelle) abgeschaltet. Macht die kleine schonmal zur perfekten Hosentaschenkamera.

Weiterhin verfügt die Kamera, wie auch die Yashica GSN, die hier auch irgendwo rumgeistert, über eine Zeitautomaik, sprich: Blende wird vorne am Gehäuse mittels Schieberegler eingestellt, der Belichtungsmesser steuert die Zeit elektronisch und zeigt selbige per Nadel auf einer kleinen Skala links im Sucherfenster an, welcher überdies mit einem schicken Leuchtrahmen daherkommt und für die Abmessungen der Kamera eine wirklich passable Größe aufweist.

Das fest verbaute (was auch sonst) Objektiv ist ein Zuiko, 6 Linsen in 5 Gruppen, Brennweite 35mm bei maximal f/2.8. Klar ist die Qualität nicht unbedingt mit denen der großen Brüder vergleichbar, verstecken muss sich die Kamera in Sachen Abbildungsleistung jedoch keinesfalls. Wie eigentlich alle Einstellungen wird unter dem Objektiv per rastendem Schieberegler die gewünschte Filmampfindlichkeit, darunter wiederum per leichtgängigem Schieber die Entfernung eingestellt. Dabei wird übrigens wird konstruktionsbedingt lediglich die hintere Linsengruppe verschoben, die Frontlinse ist immer starr.

Mit zwei Silberoxidzellen Typ SR44 wird der Kamera Leben eingehaucht, ausgelöst wird nach Aufzug am Daumenrad (kein Spannhebel) mit dem typischen, knallroten Auslöser aus elektrisch leitendem Kunststoff.

Für Vergessliche hier nochmal fix alles wichtige schön übersichtlich:

  • 35mm-Messsucherkamera mit gekoppeltem Mischbild-Entfernungsmesser
  • Objektiv Zuiko 35mm f/2.8
  • Elektronischer Verschluss mit Zeiten von 1/500s bis etwas 10s
  • CdS-Messzelle, dazu Blendenvorwahl und Zeitautomatik
  • ASA 25-800
  • Blendenkorrektur (+1,5 Stufen) für Gegenlicht einstellbar
  • Kamera komplett geschützt durch Schiebeabdeckung

Anstatt eines Blitzschuhs gibt’s übrigens den passenden Systemblitz. Über den spare ich mir aber den Bericht, denn…naja, richtig. Braucht kein Mensch.

Wo drückt denn der Schuh?

Wie immer möchte ich natürlich nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile respektive Problemchen und Wehwehchen besprechen. Glücklicherweise fällt mir diesmal gar nicht so viel ein. Die Zeitenreihe im Sucher ist bisweilen nur schwer zu sehen, aber was solls. Ungeeignete Batterien können unter Umständen zu Fehlbelichtungen führen. Das war’s eigentlich auch schon. Ging ja. Bevor ich’s vergesse, nochmal: Die Kamera IST klein. Freilich genial als Immerdabei sowie für jede Hosen- und Jackentasche, Grobmotorikern oder Menschen mit Riesenhänden würde ich dann aber eher doch an die Yashica verweisen.

Komm spielen!

Ich habe mein Exemplar vor einiger Zeit in ausgezeichnetem Zustand zusammen mit einer Revue 400SE für 50€ erstanden. Ein Blick auf eBay bestätigt meine Wahl, gute gebrauchte Modelle werden um die 30-40€ gehandelt. Was soll ich sagen, die Kamera ist wirklich perfekt für die Straße. Klein und quasi völlig geräuschlos. Für den gemeinen Passanten sieht es demnach nicht nach “professioneller” *hust* Fotografie aus, sondern eher so, als hätte man das Teil einem kleinen Kind abgenommen, was aber durchaus von Vorteil ist.

War ich anfangs ob des Plastikgehäuses noch skeptisch, bin ich mittlerweile doch von der Qualität überzeugt. Die Kamera liegt gut in Hand, fühlt sich erstaunlich schwer und wertig an, dabei ist sie nicht viel größer als eine Zigarettenschachtel. Mittlerweile habe ich auch schon den ein oder anderen Film durchgejagt und war wirklich zufrieden. Freilich nicht die technische Perfektion einer Leica, für die Straße, den Alltag, das normale Leben eben, aber ideal geeignet.

Bilder

Siehe Pinback unten.

Mehr Infos

Erik Fiss zur Olympus XA

Ähm, kann ich nochmal die Yashica sehen?

Kommentare

basti sagt:

Scheint tatsächlich ne interessante Kamera zu sein und haste auch echt schön bebildert muss ich sagen.

Sebastian sagt:

Vielen Dank!

[…] Komm spielen – die Olympus XA Tweet Dieser Beitrag wurde unter Fotos abgelegt und mit Analog, Caffenol, Ilford Delta 100, Nürnberg, Olympus XA, Street verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. ← The Shins will change your life […]

[…] Es gibt das erste Wallpaper. Ich kaufe mir eine Olmypus XA und mache fleißig Bilder mit der Kleinen. Ich liebe sie noch immer! Außerdem habe ich Glück und […]

Alfred sagt:

Sehr schöne, stimmungsvolle Bilder,danke.
PS: In eine ähnliche Nische fällt auch die Olympus Mju-2 und die XA2. Klein, leicht, einfach zu bedienen.

BestVirginia sagt:

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