Xtol. Xtol? Xtol!

Eigentlich aus einer Laune heraus habe ich mal ein Päckchen Xtol bestellt. Brauchte sowieso wieder Filme. Nun habe ich allerdings noch nie mit Pulverentwicklern gearbeitet, weshalb die ganze Chose schon wieder zu einer kleinen Herausforderung heranwuchs. Erstmal reichlich destilliertes Wasser sowie zusätzlich einige Chemikalienflaschen besorgt. Sollte eigentlich ziemlich simpel ablaufen, das Ansetzen. Ich also einen Liter aus dem Kanister mit destilliertem Wasser umgefüllt und Teil A eingefüllt. Schonmal saudämlich. Mir fiel nämlich erst danach auf, dass ich gar nichts passendes zum rühren habe. War aber eigentlich egal, da sich das ganze Pulver sowieso schon als steiniger Klumpen am Kanisterboden abgesetzt hatte. Lief also schonmal super. Wenn man beim Zugeben des Pulvers nicht konstant rührt, wird das anscheinend tatsächlich hart wie Stein und lässt sich danach nicht so einfach auflösen. Ich also endlich einen langen Stab gefunden und den Batzen erstmal in grobe Stücke zertrümmert. Danach das Wasser samt Klumpen in eine große Schüssel umgefüllt und weiter zerkleinert. Nach etwa 30 Minuten war tatsächlich alles aufgelöst. Total easy also :cool:. Beim Zumischen von Teil B habe ich dann konstant gerührt und wie erwartet gab es keine Probleme. Wieder was gelernt. Danach hab ich die ganze Suppe in 4 Chemikalienflaschen gefüllt und jeweils einen Pups Protectan zugegeben. 4 Flaschen nur übrigens, weil mir beim Umfüllen hier und da natürlich was versappt ist, klar.

Entwickeln dann natürlich wie gewohnt. Wobei, war schon eine Umstellung mal wieder zu kippen, hatte ich mich doch so an die faule Standentwicklung gewöhnt. Andererseits geht’s so deutlich schneller. Ich hatte erst wirklich Angst, ob der Entwickler nach meiner Malträtierung noch was taugt. Klumpen, Verschütten und so. Letztendlich ging aber alles gut, zumindest war ich mehr als zufrieden mit den Ergebnissen, sowohl bei Kleinbild- als auch 120er Film. Schöne Kontraste, mittelfeines, sehr gleichmäßiges Korn und wirklich äußerst scharf. Ich möchte nichts vorwegnehmen, aber Xtol könnte einer meiner Lieblinge werden. Lediglich beim Temperieren einer 1:1 Arbeitslösung hakt es noch ein wenig. Wie macht ihr das?

Mehr Bilder mit Xtol gibt’s im nächsten langen Eintrag, an welchen ich mich die Tage mal ranmache.

Kommentare

kowi sagt:

Das Portrait entschädigt doch für das Theater beim Entwickeln, oder? Wirklich schön!

Arne sagt:

Hat diesen Beitrag gelesen

buetts sagt:

Xtol! Sehr schön. Nutze ich auch.
Ist mir sympathisch weil
– es etwas ausgleichender als D76 ist.
– nicht warm angerührt werden muss.
– Umweltschonender als viele Entwickler ist.
Ich wiege das Pulver mit einer digitalen Küchenwaage ab und rühre immer nur 1 l Arbeitslösung an. Was meinst Du mit Temperieren? Im Winter auf 20 Grad halten?

Sebastian sagt:

Ne, ich mein beim Mischen der Stammlösung mit Wasser. Ich lager den stock in 1l-Flaschen, die haben etwa 17°C wenn die etwas stehen. dann ists halt immer etwas Gefühlsache mit dem Teil Leitungswasser auf 20°C zu kommen 😀

buetts sagt:

Ach so habe Stammlösung mit Arbeitslösung verwechselt. Zum messen der Temperatur nutze ich den TFA LT-102 vom Conrad. Der piepst bei einstellbarem Ober/Unterwert. Zum erwärmen / warmhalten für Papier/Film nehm ich einen kleinen Aquarium Heizstab. (EHEIM 3612) Lanze ist aus Glas und lässt sich schön reinigen. Beide arbeiten gut zusammen. Habe festgestellt dass Flüssigkeiten im Winter sehr schnell unter 20 Grad gehen was natürlich schlecht ist. Unabhängig von der Lufttemperatur. Sowohl bei der Filmentwicklung als auch beim Papier entwickeln. Ich würde mit dem TFA mal mit Wasser und ohne Film testen wie sich die Temparatur in der Dose bei deinem Setup zur Fimentwicklung über die Entwicklungszeit verändert.

Sebastian sagt:

Das mit dem Fühler und dem Heizstab hört sich interessant an, das werde ich mal probieren. Ach ja, wegen den gdocs, geht doch auch mit meiner g+ Adresse, oder? Falls ja: hello@seblock.de, bin dabei.

Pascal sagt:

Sehr schöne Bilder. Aber Temperatur ist völlig überbewertet. 😉 Einfach rein damit.

buetts sagt:

Ich denk der Heizstab ist optional. Der Thermometer macht in jedem Fall sinn. Der Zwani ist gut angelegt.

Marc vm sagt:

Haha, ähnliches ist mir mal mit D76 passiert, hätte einfach mal den Waschzettel lesen sollen 😉

Marc vm sagt:

Ach so, du kannst die Entwicklungszeit ja auch der gemessenen Temperatur anpassen. Bei 1°C oder 2°C Unterschied muss man allerdings nicht päbstlicher als der Pabst sein finde ich. Gerade wenn man einen gutmütigen Entwickler und Film benutzt.

Marc vm sagt:

Papst meine ich natürlich….hmmpfff

[…] also der Xtol. Hat mich wirklich beeindruckt, wie hier bereits kurz angesprochen. Werde die nächste Zeit wohl vermehrt mit dieser Kombi losziehen. Hab […]

[…] bin ich zuletzt ausschließlich mit Xtol unterwegs, überzeugt einfach zu sehr. Habe ich ja bereits hier kurz angerissen. Viele Fotos sind bei der Eiseskälte der letzten Wochen entstanden, Leica und Kiev […]

Schreibe einen Kommentar