Kategorie: Tagebuch

Tagebuch: 20.03.19

Zyklus 6 Tag 1. Total kaputt. Bisschen Länderspiel gucken und gleich ins Bett. 1:0 Serbien. Lieber direkt ins Bett.

Olga sagt, heute war der letzte erste Tag.

Tagebuch: 18.03.19

Oma hat uns heute einen Teil ihres Schmucks geschenkt. Für den Fall, dass sie “nichtmehr lang da ist”. Dabei isst und trinkt sie noch für zwei. Überlebt uns bestimmt alle, aber wird halt langsam etwas schrullig.

Tagebuch: 15.03.19

Heute sehr viel geschnarcht. Jetzt kurz beim Netto.

Tagebuch: 14.03.19

Bin heute müde und schlaff und alles tut weh. War zu erwarten, in der dritten Woche gibts ja auch kein Kortison, welches wiederum zwar aufgedreht macht wie Speed aber eben auch Schmerzen und Entzündungen hervorragend hemmt. Und beim kalten Entzug zwickt und zwackt dann zwei, drei Tage lang erstmal wieder alles. Ganzer Körper total empfindlich einfach. Wie eine überreife Banane, in die man an einer Stelle leicht reindrückt und die dann sofort dunkel wird.

Tagebuch: 13.03.19

Sitze gerade in der Sonne im Park. Irgendein Park hier halt, alle gleich. Zweckmäßig. Macht man so mit Status Patient. Langsam über die Parkanlagen schlurfen und in der Sonne sitzen.

Ne, geht eigentlich sehr gut momentan. Blut akzeptabel. Befinden gut. Heute wieder etwas taube Fingerspitzen, vergeht wieder. Fast keine Haare mehr an den Beinen, wie ein Schwimmer.

Eine Woche Pause wieder, dann schon der geplante Endspurt. Werde wieder produktiver. Website nimmt Form an, Texte fehlen noch. Neue Filme und Chemie bestellt. Viel Kontakt zu neuen und alten Freunden, was toll ist.

Jetzt: Mamiya 645 und Pearl Jam. Genug geschlurft.

Tagebuch: 09.03.19 #2

Schöner Waldspaziergang. Der Boden ist ganz angenehm weich. Wie mein Brustkorb, da wo das Stückchen Knochen herausgeschnitten wurde. Jetzt regnet es gleich wieder. Zeit für selbstgemachte Pizza. Heute mit Cheesy Crust.

Tagebuch: 09.03.19

Die erste Packung Pantoprazol (Magenschutz) ist leer. 100 kleine Tabletten, jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen eine auf nüchternen Magen. 100 Tage Therapie rum.

Tagebuch: 06.03.19

Blut erst morgen, muss noch aufbereitet werden. Schwester auf Therapiestation fragt mich, was ich denn für eine Frisur hatte, sie kenne mich ja nur so. “Ganz normale, blonde, kurze Haare”, sage ich. “Naja, sie haben ja eigentlich eine ganz nice Kopfform, sieht auch so gut aus!” – “Ja schon, etwas Bart wieder dazu und dann kann ich nicht meckern.”

Tagebuch: 05.03.19

Letztens wieder Pastewka durchgeschaut. Banal aber doch recht kurzweilig und unterhaltsam. In Staffel 9 gehts unter anderem um die fiktive Sat1-Show “das große Promibumsen” mit Hugo Egon Balder. Paar Tage danach kurz ins TV gezappt, auf Sat1 läuft um 20:15 Uhr “das große Promi Flaschendrehen” mit Hugo Egon Balder. Bald sind wir wohl angekommen. Bin kurzzeitig depressiv verstimmt.

Zyklus 5 soweit ohne Probleme. Bin zunehmend schwach, Hämoglobin kratzt an der 8er Marke. Morgen an Tag 8 des Zyklus bin ich planmäßig sowieso in Erlangen für die Infusion des Bleomycin und Vincristin, da werde ich mir zur Stabilisierung auch gleich ein, zwei Beutel frisches Blut geben lassen, was ganz unkompliziert ist, sich aber knappe zwei Stunden hinzieht. Aber wofür hab ich schließlich die teuren Bluetooth-Kopfhörer gekauft. Danach soll das Befinden aber merklich besser sein. Eigentlich wie beim Blutdoping der ganzen Wintersportler, so stell ichs mir vor. Werde berichten.

Jetzt erstmal, wie so oft, selbst Pizza gebacken. Frischer Teig, wenige aber frische Zutaten, einfach perfekt.

Tagebuch: 01.03.19

Schon ist März.

Tagebuch: 27.02.19

Gerade Joghurt mit der Ecke gegessen. Dabei läuft der letzte Beutel für heute, Etoposid. Erster Tag Zyklus 5 (von 6), da dauert es immer etwas länger und ist auch recht anstrengend, da hier gleich zu Beginn das richtig giftige Zeug angesagt ist. Das Doxorubicin beispielsweise. Läuft das nicht in die Vene, sondern daneben in das umliegende Gewebe, muss dieses aufgrund der starken Verätzung herausgeschnitten werden. Ja, uff. Nachdem bei mir aber alles über den Port (Infos dazu hier) läuft, bin ich da sehr safe. Und ausserdem – Joghurt mit der Ecke. Geil.

Tagebuch: 23.02.19

Heute Bettgestell und Eckbank in den zweiten Stock getragen, danach fast vor Erschöpfung zusammengebrochen. Aber immerhin. Sonst bin ich recht fit aktuell, muss aber mehr Sport machen. Meine, wie Anselm sie nennt, Pommesbeine, sind durch die Therapie erwartungsgemäß noch klappriger geworden. Wie Mikado-Stäbchen. Will auch ständig mehr Lesen. Tobi empfiehlt Schopenhauer als Lektüre. Vielleicht ein ganz guter Kontrast zu Punkt 12.

Sonst heute recht ruhig. Erste Bildauswahlen für die überarbeite Website getroffen und Wocheneinkäufe für die nächsten Tage geplant.

Tagebuch: 22.02.19

Blut abnehmen, Zahnarzt, Magenstechen, spazieren, Vorhänge gekauft, Twix.

Tagebuch: 19.02.19

Blutwerte besser. Hb immer noch sehr niedrig aber mit 8,1 heute im Vergleich zu 7,7 am letzten Freitag immerhin steigend. Bin noch recht blass, sehe aus wie eine Wasserleiche mit bunter Mütze und schicker Brille. Und rieche stark nach Knoblauch, haben gestern griechisch gekocht (Hack!).

Sonst sind die Tage eher ruhig, viel Kontakt zu Familie und Freunden, gibt nichts besseres. Beginne aber zumindest im Kopf mal mit einer neuen Ausrichtung als Fotograf. Brauche mehr Profilschärfe. Analog als vorrangiges Medium und Portrait, Dokumentation und halt freie Sachen als thematische Schwerpunkte wären schonmal Ansätze. Back to the roots eigentlich. Aber eine gute Erkenntnis. Zu viel zu wollen, um irgendwas abzugreifen, ist nicht zielführend. Also erstmal Archive wälzen, viel aussortieren, Website erneuern, Kanäle strukturieren. Und ein Buch hätte ich ja auch noch zu veröffentlichen.

Tagebuch: 16.02.19

Gestern Fahrrad gefahren und Treppen gestiegen, musste mich danach erstmal eine halbe Stunde hinlegen. Blutwerte ziemlich weit unten, Leukozyten und Hb (Hämoglobin). Unter 10 g/dl ist man da schon merklich schlapp und müde. Normal sind etwa 14-18. Hatte gestern 7,7, kann schon vorkommen. Wenn der Wert weiter fällt, gibts einfach einen Beutel frisches Blut in Form von Erythrozytenkonzentrat über den PowerPort infundiert und ich bin wieder good to go. Aber das Blut erholt sich normalerweise auch selbst wieder langsam. Ausruhen angesagt. alles in Zeitlupe und nichts anstrengendes. Einen Film entwickeln, etwas bügeln, lesen und schreiben, Pastewka gucken. Aus dem Fenster gucken. Super Wetter heute.