Agenturalltag, toller Sommer, die Diagnose

In großen Schritten Richtung heute. Also bild- und bericht-technisch. In diesem Eintrag: Mitte 2018 bis Anfang 2019. Hier war in der Tat einiges los. Voll motiviert das eigene Designbüro vorangebracht, den wunderbaren Sommer mit wunderbaren Menschen und der besten Freundin genossen und zur Krönung noch Diagnose Krebs abgestaubt. Was? Ja.

Nach einem tiefen Tief bin ich inzwischen wieder ziemlich fit, physisch und psychisch. Allerdings war der Winter gegen Ende letzten Jahres wirklich dunkel. Steht ja schon einiges in den Tagebuch-Einträgen, gerne mal durchscrollen. Hier also noch ein paar Bilder dazu.

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Tagebuch: 18.03.19

Oma hat uns heute einen Teil ihres Schmucks geschenkt. Für den Fall, dass sie “nichtmehr lang da ist”. Dabei isst und trinkt sie noch für zwei. Überlebt uns bestimmt alle, aber wird halt langsam etwas schrullig.

Tagebuch: 15.03.19

Heute sehr viel geschnarcht. Jetzt kurz beim Netto.

Tagebuch: 14.03.19

Bin heute müde und schlaff und alles tut weh. War zu erwarten, in der dritten Woche gibts ja auch kein Kortison, welches wiederum zwar aufgedreht macht wie Speed aber eben auch Schmerzen und Entzündungen hervorragend hemmt. Und beim kalten Entzug zwickt und zwackt dann zwei, drei Tage lang erstmal wieder alles. Ganzer Körper total empfindlich einfach. Wie eine überreife Banane, in die man an einer Stelle leicht reindrückt und die dann sofort dunkel wird.

Tagebuch: 13.03.19

Sitze gerade in der Sonne im Park. Irgendein Park hier halt, alle gleich. Zweckmäßig. Macht man so mit Status Patient. Langsam über die Parkanlagen schlurfen und in der Sonne sitzen.

Ne, geht eigentlich sehr gut momentan. Blut akzeptabel. Befinden gut. Heute wieder etwas taube Fingerspitzen, vergeht wieder. Fast keine Haare mehr an den Beinen, wie ein Schwimmer.

Eine Woche Pause wieder, dann schon der geplante Endspurt. Werde wieder produktiver. Website nimmt Form an, Texte fehlen noch. Neue Filme und Chemie bestellt. Viel Kontakt zu neuen und alten Freunden, was toll ist.

Jetzt: Mamiya 645 und Pearl Jam. Genug geschlurft.

Old school

Ein neuer Schwung Bilder und Erlebnisse, Ende 2017 bis Mitte 2018. Um es mit den Worten des geschätzten Publizisten und Philosophen Bastian Yotta zu sagen: “Weiter, immer weiter!”

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Tagebuch: 09.03.19 #2

Schöner Waldspaziergang. Der Boden ist ganz angenehm weich. Wie mein Brustkorb, da wo das Stückchen Knochen herausgeschnitten wurde. Jetzt regnet es gleich wieder. Zeit für selbstgemachte Pizza. Heute mit Cheesy Crust.

Tagebuch: 09.03.19

Die erste Packung Pantoprazol (Magenschutz) ist leer. 100 kleine Tabletten, jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen eine auf nüchternen Magen. 100 Tage Therapie rum.

Tagebuch: 06.03.19

Blut erst morgen, muss noch aufbereitet werden. Schwester auf Therapiestation fragt mich, was ich denn für eine Frisur hatte, sie kenne mich ja nur so. “Ganz normale, blonde, kurze Haare”, sage ich. “Naja, sie haben ja eigentlich eine ganz nice Kopfform, sieht auch so gut aus!” – “Ja schon, etwas Bart wieder dazu und dann kann ich nicht meckern.”

Tagebuch: 05.03.19

Letztens wieder Pastewka durchgeschaut. Banal aber doch recht kurzweilig und unterhaltsam. In Staffel 9 gehts unter anderem um die fiktive Sat1-Show “das große Promibumsen” mit Hugo Egon Balder. Paar Tage danach kurz ins TV gezappt, auf Sat1 läuft um 20:15 Uhr “das große Promi Flaschendrehen” mit Hugo Egon Balder. Bald sind wir wohl angekommen. Bin kurzzeitig depressiv verstimmt.

Zyklus 5 soweit ohne Probleme. Bin zunehmend schwach, Hämoglobin kratzt an der 8er Marke. Morgen an Tag 8 des Zyklus bin ich planmäßig sowieso in Erlangen für die Infusion des Bleomycin und Vincristin, da werde ich mir zur Stabilisierung auch gleich ein, zwei Beutel frisches Blut geben lassen, was ganz unkompliziert ist, sich aber knappe zwei Stunden hinzieht. Aber wofür hab ich schließlich die teuren Bluetooth-Kopfhörer gekauft. Danach soll das Befinden aber merklich besser sein. Eigentlich wie beim Blutdoping der ganzen Wintersportler, so stell ichs mir vor. Werde berichten.

Jetzt erstmal, wie so oft, selbst Pizza gebacken. Frischer Teig, wenige aber frische Zutaten, einfach perfekt.