Tagebuch: 25.03.19

Das Wetter passt heute zu meiner Stimmung, wechselhaft. Wie ich mittlerweile weiß, haben die Blutwerte, insbesondere das Hämoglobin (Hb), unmittelbar Einfluß darauf. Also nicht nur auf die physische Verfassung (Erstmal halbe Stunde hinlegen nach Treppenaufstieg in den zweiten Stock), sondern auch auf den Gemütszustand. Wenig Hb = schlechte Laune, keine Lust, kein Antrieb. Wer also das nächste Mal so gar keinen Bock auf den Besuch der Schwiegereltern oder den nervigen Hausputz hat, dem kann ich nur einen Besuch beim Hausarzt anraten. Ist höchstwahrscheinlich das Hämoglobin.

Sonst alles gut. Repros geschossen für die Website, Farbchemie geordert, werde auch Farbfilme wieder zuhause selbst entwickeln. Scheiss auf teure und langsame Labors. Heute gibt es selbstgemachte Frühlingsrollen. Viel zu schnippeln.

Tagebuch: 22.03.19

Heute beim Edeka an der Kasse, hinter mir die Schlange. Kassiererin: “Zweisieb’nervierzich.…Sagn’s, was is’ ‘ner mit Ihnen?” – “Krebs” – “Ah, des hab’ i’mer ‘dacht, des hab’ i glei’ g’sehn.” – “Ja, aber fast durch, bin bald wieder fit.” – “Ja, ich kenn’ doch mei’ Leut. Na dann drück’ ich die Daumen, toi toi toi!”

Bleib immer wie du bist, Zabo!

Bazaar

Brauche neuen Input. Makina 67 geordert.

Suche weiterhin: Contax G2, Fujifilm GA645zi.

Zu verkaufen: Mamiya 645 Pro TL mit 80mm 1.9, Konica Hexar AF.

Gerne melden.

Tagebuch: 20.03.19

Zyklus 6 Tag 1. Total kaputt. Bisschen Länderspiel gucken und gleich ins Bett. 1:0 Serbien. Lieber direkt ins Bett.

Olga sagt, heute war der letzte erste Tag.

Agenturalltag, toller Sommer, die Diagnose

In großen Schritten Richtung heute. Also bild- und bericht-technisch. In diesem Eintrag: Mitte 2018 bis Anfang 2019. Hier war in der Tat einiges los. Voll motiviert das eigene Designbüro vorangebracht, den wunderbaren Sommer mit wunderbaren Menschen und der besten Freundin genossen und zur Krönung noch Diagnose Krebs abgestaubt. Was? Ja.

Nach einem tiefen Tief bin ich inzwischen wieder ziemlich fit, physisch und psychisch. Allerdings war der Winter gegen Ende letzten Jahres wirklich dunkel. Steht ja schon einiges in den Tagebuch-Einträgen, gerne mal durchscrollen. Hier also noch ein paar Bilder dazu.

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Tagebuch: 18.03.19

Oma hat uns heute einen Teil ihres Schmucks geschenkt. Für den Fall, dass sie “nichtmehr lang da ist”. Dabei isst und trinkt sie noch für zwei. Überlebt uns bestimmt alle, aber wird halt langsam etwas schrullig.

Tagebuch: 15.03.19

Heute sehr viel geschnarcht. Jetzt kurz beim Netto.

Tagebuch: 14.03.19

Bin heute müde und schlaff und alles tut weh. War zu erwarten, in der dritten Woche gibts ja auch kein Kortison, welches wiederum zwar aufgedreht macht wie Speed aber eben auch Schmerzen und Entzündungen hervorragend hemmt. Und beim kalten Entzug zwickt und zwackt dann zwei, drei Tage lang erstmal wieder alles. Ganzer Körper total empfindlich einfach. Wie eine überreife Banane, in die man an einer Stelle leicht reindrückt und die dann sofort dunkel wird.

Tagebuch: 13.03.19

Sitze gerade in der Sonne im Park. Irgendein Park hier halt, alle gleich. Zweckmäßig. Macht man so mit Status Patient. Langsam über die Parkanlagen schlurfen und in der Sonne sitzen.

Ne, geht eigentlich sehr gut momentan. Blut akzeptabel. Befinden gut. Heute wieder etwas taube Fingerspitzen, vergeht wieder. Fast keine Haare mehr an den Beinen, wie ein Schwimmer.

Eine Woche Pause wieder, dann schon der geplante Endspurt. Werde wieder produktiver. Website nimmt Form an, Texte fehlen noch. Neue Filme und Chemie bestellt. Viel Kontakt zu neuen und alten Freunden, was toll ist.

Jetzt: Mamiya 645 und Pearl Jam. Genug geschlurft.

Old school

Ein neuer Schwung Bilder und Erlebnisse, Ende 2017 bis Mitte 2018. Um es mit den Worten des geschätzten Publizisten und Philosophen Bastian Yotta zu sagen: “Weiter, immer weiter!”

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Tagebuch: 09.03.19 #2

Schöner Waldspaziergang. Der Boden ist ganz angenehm weich. Wie mein Brustkorb, da wo das Stückchen Knochen herausgeschnitten wurde. Jetzt regnet es gleich wieder. Zeit für selbstgemachte Pizza. Heute mit Cheesy Crust.

Tagebuch: 09.03.19

Die erste Packung Pantoprazol (Magenschutz) ist leer. 100 kleine Tabletten, jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen eine auf nüchternen Magen. 100 Tage Therapie rum.

Tagebuch: 06.03.19

Blut erst morgen, muss noch aufbereitet werden. Schwester auf Therapiestation fragt mich, was ich denn für eine Frisur hatte, sie kenne mich ja nur so. “Ganz normale, blonde, kurze Haare”, sage ich. “Naja, sie haben ja eigentlich eine ganz nice Kopfform, sieht auch so gut aus!” – “Ja schon, etwas Bart wieder dazu und dann kann ich nicht meckern.”

Tagebuch: 05.03.19

Letztens wieder Pastewka durchgeschaut. Banal aber doch recht kurzweilig und unterhaltsam. In Staffel 9 gehts unter anderem um die fiktive Sat1-Show “das große Promibumsen” mit Hugo Egon Balder. Paar Tage danach kurz ins TV gezappt, auf Sat1 läuft um 20:15 Uhr “das große Promi Flaschendrehen” mit Hugo Egon Balder. Bald sind wir wohl angekommen. Bin kurzzeitig depressiv verstimmt.

Zyklus 5 soweit ohne Probleme. Bin zunehmend schwach, Hämoglobin kratzt an der 8er Marke. Morgen an Tag 8 des Zyklus bin ich planmäßig sowieso in Erlangen für die Infusion des Bleomycin und Vincristin, da werde ich mir zur Stabilisierung auch gleich ein, zwei Beutel frisches Blut geben lassen, was ganz unkompliziert ist, sich aber knappe zwei Stunden hinzieht. Aber wofür hab ich schließlich die teuren Bluetooth-Kopfhörer gekauft. Danach soll das Befinden aber merklich besser sein. Eigentlich wie beim Blutdoping der ganzen Wintersportler, so stell ichs mir vor. Werde berichten.

Jetzt erstmal, wie so oft, selbst Pizza gebacken. Frischer Teig, wenige aber frische Zutaten, einfach perfekt.

Rest von 2017

Damit wir uns mal dem hier und jetzt annähern. Weiter mit Resten aus 2017 (!). Ein paar Eindrücke und Verlinkungen zu interessanten Leuten.

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